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Abendgebet zur Sache Nachrichten Abendgebet zur Sache
Bibelarbeit beim liturgischen Tag Martin Niemöller. Superintendentin Gertraud Knoll aus Österreich sagt in Anspielung auf Jörg Haider: "Deutsche und Österreicher sind durch eine gespenstische Geschichte miteinander verbunden, die uns auf alle Zeiten in besondere Verantwortung nimmt. Kein "'tschuldigung' und auch kein "Pardon" oder "Sorry" sind da erlaubt." Titusforum. Die Theologieprofessorin Dorothee Sölle fordert in ihrer Bibelarbeit zu "Talitha kumi", aufzustehen, um Widerstand zu leisten gegen die Besitzer dieser Welt: die weltweiten Handelsorganisationen, die billig produzieren wollen und dafür Menschen als Sklaven missbrauchen. Bibelarbeit in der Karmeliterschule. Kennenlernen solle nicht dazu dienen, Unterschiede verschwinden zu lassen. Vielmehr sei es wichtig, die Andersartigkeit und Fremdheit anzunehmen. Das betont Ulrike Schmidt-Hesse vom Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Gerade im Bahnhofsviertel müsse man die Pluralität der Kulturen akzeptieren. Bibelarbeit Messe Congess Centrum. Bundestagspräsident Thierse zu der Aufforderung Jesu, das Heilungswunder zu verschweigen: Er habe im Gegenteil den politischen Lehrsatz gelernt: Tue Gutes und rede darüber'. "Meinetwegen," so Thierse, "Aber was ist, wenn nur noch geredet wird und das Gute nicht mehr getan wird?" Die Mitbegründerin des Deutschen Hospizvereins Gustava Everding erteilt in ihrem Vortrag in der alten Oper der aktiven Sterbehilfe eine klare Absage. Die Hospizbewegung verstehe sich "als Hilfe beim Sterben und nicht als Hilfe zum Sterben", erläutert die Ärztin aus München und findet dafür im Publikum breite Zustimmung. Zugleich schließt sie einen Therapieabbruch nicht aus, da er keine Tötung darstelle, sondern das Zulassen einer Entwicklung, die zum Tode führe. Pilgerweg Heilsamer Aufbruch, Bühne am Römer. Einen Kirchentag ohne schmerzende Fußsohlen gibt es nicht. Das Bremer Oasen-Café auf dem Markt der Möglichkeiten hat die Marktlücke entdeckt. Mit Wasserschüsseln und Handtüchern ausgestattet erwarten zahlreiche Jugendliche die müden Besucher. Zögernd stehen viele Menschen am Rand des Geschehens. Spätestens nach den ersten entspannten Ausrufen "Aah und Ooh, und tut das gut" lassen sich einige doch noch mit einem Fußbad verwöhnen. Messe. Der oft zitierte weite Raum wurde für viele beängstigend eng hier auf dem Kirchentag. Sie fanden Hilfe im Zentrum Psychologische Beratung. Dort wurden auch einengende Alltagsprobleme in Einzel- oder Gruppengesprächen bearbeitet - angearbeitet. "Zum Glück gibt es auch zu Hause Beratungsstellen," sagt hoffnungsvoll eine Besucherin. dpa-Nachricht von heute Nachmittag: In Berlin wurde Klaus Wowereit als neuer Regierender Bürgermeister gewählt. Eberhard Diepgen war zuvor durch ein Misstrauensvotum abgewählt worden. Messe Congress Centrum. Die Forderung nach dem gemeinsamen Abendmahl bringe den ökumenischen Dialog nicht weiter, mahnt Professor Hans Joachim Meyer im "Forum Kurs Ökumene". Meyer, der auch Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ist, sieht als wichtigstes Gesprächsthema das unterschiedliche Kirchenverständnis der christlichen Kirchen. In seinem Vortag in Halle 6 sagte der Hamburger Theologe Fulbert Steffensky
zum Thema Ökumene: "Lassen Sie nicht zu, dass der Gehorsam
gegen die Kirchenoberen den Trost der Gemeinsamkeit zerstört." Der Ökumenische Kirchentag 2003 in Berlin wirft seine Schatten voraus. In einer Marktresolution zur ökumenischen Mahlfeier heißt es: "Das Kirchenvolk ist längst bereit!" Messe, Geistliches Zentrum. Junge Menschen fahren zum nur Kirchentag,
weil er ein Riesen-Event ist. Inhaltlich und spirituell seien sie wenig
interessiert, wird gesagt. Wirklich? Wer einen Blick in Halle 1.1 wirft,
wird vom Gegenteil überzeugt. Hier ist neben dem evangelischen
Kloster auch der Gebetsgarten untergebracht, um das Vaterunser mit allen
Sinnen zu erfahren. Und hier findet man auch die Jugendlichen. Ohne
Murren nehmen sie Wartezeiten bis zu einer halben Stunde auf sich. Bockenheimer Warte. Das Frauen-Gedenk-Labyrinth erinnert an bedeutende Frauengestalten in Geschichte und Gegenwart. Viele Interessierte lesen die beschrifteten Steine. Während des Kirchentags wurde ein neuer Stein ins Labyrinth eingesetzt. Die Ehrung gilt Luise Schottroff als feministischer Befreiungstheologin. Leider konnte Frau Schottroff selbst nicht anwesend sein. Ihr seien fünf Zähne gezogen worden, hieß es. Titus-Forum. Sehr anschaulich und mit Witz zeigen Frauen im Amt ihr Verhältnis zu Macht und Führung in der Kirche. Sie steigen auf Leitern, balancieren auf Wippen, hüpfen auf einem Trampolin und demonstrieren damit ihre eigene Stellung. Das Publikum erfährt: Individuelles Ausprobieren ist zu wenig. Die Frauen im Amt wollen ein Netzwerk herstellen und Strukturen klären. Sie wollen den Weg in Leitungsfunktionen anstreben und auch wirklich gehen. Messe. Seit Donnerstag schon steht der Blutspendebus des Deutschen Roten Kreuzes vor Halle 1. Die Mitarbeiter freuen sich über die große Resonanz. Ungefähr 80 Leute pro Tag lassen sich "anzapfen" und informieren. "Besonders freuen wir uns über die vielen Erstspender," erzählt eine Mitarbeiterin. Gerade im Sommer sei es wichtig, viel Blut zu spenden, denn dann herrsche eine große Knappheit in den Krankenhäusern. Die "Blutkrise" in Frankfurt konnte scheinbar auch durch den Kirchentag nicht ausreichend gelindert werden. Am Mainufer mischen sich Kirchentag und Flohmarkt, lila Bänder und weiße Schals, daneben Frauen mit Kopftüchern, türkische Straßenhändler und Trödelkrämer. Das ist Frankfurt: Alltag, der die Kirchentagsbesucher ganz selbstverständlich hineinnimmt in das multikulturelle Klima der Stadt. Messe, Vortragsreihe In Vielfalt glauben. Grundsätzlich sei er kein Gegner von Globalisierung und Gentechnik, sagt Thich Nhat Hanh, vietnamesischer Buddhist. Aber er fordert die Menschen dazu auf, die Motive für diese Veränderungen zu ergründen. Denn Beweggründe wie Gier und Angst machten Globalisierung und Gentechnik wirklich gefährlich. Festhalle, Forum Gentechnik. Vor der Präimplantations- stand die Pränataldiagnostik. Frauengesundheitsforscherin Irmgard Nippert weist darauf hin, dass die Pränataldiagnostik inzwischen öfter angewendet wird als bei ihrer Einführung vor 30 Jahren geplant: Jede 10. Schwangere lässt heutzutage eine Fruchtwasseruntersuchung durchführen. Schwangerenkonfliktberaterin Roswitha Schwab warnt deshalb: "Die Technik löst viele Probleme nicht. Es braucht mehr emotionale Unterstützung für die Betroffenen." Festhalle, Forum Gentechnik. Professor Tewolde Egziaber aus Äthiopien warnt vor übertriebenen Hoffnungen in die Biotechnologie. Er fürchtet, dass gentechnisch verändertes Saatgut die Probleme der Dritten Welt verschärft. Die Industrie erlange mit ihren Patenten zunehmend Kontrolle über die Nahrungsmittelproduktion. Manfred Kern vom Life Science-Konzern Aventis hingegen rechtfertigt die Politik seines Unternehmens. Ohne die Biotechnologie sei die Nahrungsmittelversorgung der Weltbevölkerung nicht mehr zu sichern. Er weist aber darauf hin, dass die Biotechnologie nur eine Maßnahme unter vielen gegen den Hunger sei. Geradezu umlagert sind die Stände mit Rechnern, Computerspielen
und Internetzugang auf dem Markt der Möglichkeiten. Multimedia
ist beliebt. Im Forum "In Freiheit bestehen" im Congress Centrum definiert
Heiner Geißler: um "geordnet" zusammenleben zu können,
seien drei Dinge Voraussetzung: Messe Halle 7. Gleichzeitig mit dem Schwinden des christlichen Einflusses in Westeuropa brause eine gewaltige Erweckung durch die Welt, so der Theologe Walter Hollenweger. Es entstünden neue unabhängige Kirchen. Dass das Christentum weltweit stärker wachse als die Weltbevölkerung, ist diesen Kirchen zu verdanken. Schon seit einer Woche sind sie in Frankfurt, die 4.000 jugendlichen Helfer aus ganz Deutschland. In der ganzen Stadt sorgen sie für den - mehr oder weniger - reibungslosen Ablauf des Kirchentags. Das bedeutet Stress: sechs Stunden am Tag tun sie Dienst in den Hallen und an den Eingängen zur Messe. Spaß mache es schon, so die jungen Leute mit den blauen Halstüchern. Man müsse vor allem versuchen, alles locker zu nehmen - zum Beispiel, wenn ein Kirchentagsbesucher rumpöbelt, weil er seine Dauerkarte zum fünften Mal am Tag vorzeigen muss. Verkaufsstand vor dem Congress Center. Es gibt auf diesem Kirchentag kein T-Shirt, das zum Renner geworden wäre, antwortet ein Händler auf die Frage des Abendgebets. Am schlechtesten liefen T-Shirts mit politischen Inhalten. Jetzt müsse er sehen, dass er die Shirts auf dem Grünen-Parteitag los werde. Die Super-Rio-Gipfel-Kreuz-Figur auf der Bubisbrücke trägt ein großes Pflaster auf der Hinterbacke. Die Verlockung, mit einem Nadelstich große Wirkung zu erzielen, war wohl zu groß. Aus der Pressekonferenz zum Abschluss des Kirchentages:
Samstag, 16.
Juni 2000
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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 14. Juni 2001. |