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Clement dringt auf Entscheidung über Stammzellen-Import
Benda
bekräftigt verfassungsrechtliche Bedenken
Der nordrhein-westfälische
Ministerpräsident Wolfgang Clement hat auf dem Evangelischen Kirchentag
in Frankfurt seinen umstrittenen Vorstoß zur Forschung an embryoanalen
Stammzellen verteidigt. In einer Zusatzveranstaltung am Sonnabendabend
zum Thema "Ethik des Heilens", forderte der SPD-Politiker noch in diesem
Jahr eine Entscheidung über den beantragten Stammzellen-Import aus Haifa.
Seit über einem Jahr liege der Antrag der Bonner Forscher vor. Werde
ihm nicht entsprochen, "dann werden die deutschen Forscher nicht mehr
dabei sein" oder vom Ausland aus forschen. Es gehe ihm nur um dieses
Projekt, unterstrich Clement vor mehr als 2.000 Zuhörern. Es handele
sich um in Israel vorhandene Zellen, die nicht genutzt würden und die
dem Tode geweiht seien. Nach Auffassung Clements fällt dieser Fall nicht
unter das Embryonenschutzgesetz, da diese Zellen keine Embryonen seien.
Das Leben zusätzlicher Embryos wolle er nicht aufs Spiel setzen. Der
ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Ernst Benda, lehnte
erneut die Zerstörung von Embryonen als einen Verstoß gegen das Grundgesetz
ab. Der Bonner Antrag sei für ihn "nicht die zentrale Frage". Der ehemalige
Verfassungsrichter räumte jedoch ein, dass auch er keinen Verstoß gegen
das Embryonenschutzgesetz sehe. Bereits am Donnerstag hatte Benda in
einem der Hauptvorträge des Kirchentages erklärt, dass auch der Embryo
dem Schutz der Menschenwürde unterliege. Lediglich erhoffte Heilungschancen
rechtfertigen keine Ausnahme, sagte Benda auch am Sonnabend im Blick
auf Clements Erwartungen medizinischen Fortschritts. In der Diskussion
höre er bei den Befürwortern der Stammzellenforschung ein "Noch-Nicht"
heraus, wenn es um die Überschreitung weiterer Grenzen gehe, gab Benda
zu bedenken. Mit embryonalen Stammzellen, die sich unentwegt weiter
teilen können, wollen Wissenschaftler Ersatz für beschädigtes Gewebe
des Menschen schaffen. Sie hoffen, damit Patienten mit Alzheimer, Multiple
Sklerose, Parkinson, Diabetes oder Herzleiden helfen zu können. Diese
Zellen werden unter anderem aus überzähligen Embryonen gewonnen, die
bei einer künstlichen Befruchtung entstehen. |
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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 14. Juni 2001. |