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Pfarrer Fliege verteidigte Beckenbauer beim Forum "Gott hat hundert Namen"

10.000 Besucher: Publikum wollte nicht über "Schuld und Verstrickung" diskutieren

Hans-Martin Barth aus Marburg wusste, Gott hat hundert Namen, "aber keiner stimmt." Darüber waren sich soweit auch die anderen Gesprächspartner einig, suchten aber am Donnerstag in der Festhalle beim Kirchentag wortreich weiter. "Wie nennst du deinen Gott?" fragten beinahe 10.000 Menschen beim Forum Glauben. Das Forum in der Festhalle hat sich zum Publikumsmagneten des ersten Tages auf dem Kirchentag entwickelt.

Publikumsproteste löste Volker Steinhoff aus, der Bundespfarrer beim Verband Entschiedene Christen. Er sprach weniger über Gott, aber dafür mehr über "Schuld und Verstrickung". Dunkel protestierte er gegen die Sexualisierung der Gesellschaft und zitierte dazu Tony Marshall: "Wie gut für uns, dass wir uns hinter den Beckenbauers und Beckers verstecken können."

Der Theologe Jürgen Fliege nahm den Unmut des Publikums auf und konterte: "Was meinen Sie damit? Dass Beckenbauer ein uneheliches Kind gezeugt hat?" So schuldbeladene Rede von der Gesellschaft sei die Sprache, mit der er groß geworden sei. Alle Beispiele seien immer moralisch und sexistisch, kristisierte der Fernsehmoderator unter dem Beifall des Publikums - und Steinhoff verzichtete darauf, sein Beispiel weiter auszuführen.

"Haben sie noch Geduld, haben sie noch Lust?", fragte Paolo Ricca ins Publikum.
Nach zwei Stunden Gespräche und Vorträge wollten alle weiter machen: "Sehen sie, dann wohnt der Heilige Geist auch in ihrem Herzen." Der Italiener fand eine Erklärung für Unerklärliches: "Der Heilige Geist ist ein stilles Sausen in mir. Er ist Kraft ohne Gewalt. Kraft, uns zu ändern." Mit dem Heiligen Geist sei Gott am Ziel, er sei in den Menschen.

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 16. Juni 2001.